Rückblick auf die Kommunalwahl Schleswig-Holstein 2008 in Ellerau

aktualisiert 19.04.2012

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Was ist los in der CDU Ellerau? oder: Nach der Wahl ist nicht vor der Wahl

Schilderwald am BuchenwegBei der Kommunalwahl 2008 ging es um Stimmen für eine Partei, die gegen sie wirkten.

Pech gehabt? Das geht jeden an, hatte es doch vor der Wahl in Ellerau einen Kreuzzug gegeben: "Ein Kreuz ist genug", riet eine Partei ihren Wählern. Die zweite Stimme aber entschied über die Zusammensetzung des Gemeinderates.

Die Gemeinderäte der CDU waren mit zahlreichen Anhängern aus der CDU ausgetreten und hatten eine neue Fraktion AE gebildet. Die CDU in Ellerau wurde neu gegründet unter dem Vorsitz eines Neumitgliedes mit politischer Erfahrung. Was der den Einen vorwarf, hatte er in der Vergangenheit längst selbst geprobt. Er verließ 1990 die CDU, trat der FDP bei und bekämpfte die CDU heftig.

 In 9 von 10 Wahlkreisen errang die AE Direktmandate, in der Liste hat sie verloren. Die CDU errang noch 13,9 % der Wählerstimmen, errang kein Direktmandat.

Nach 17 Jahren Pause führte der neue CDU-Vorsitzende als Neumitglied die CDU Ellerau in die Pleite. Er erzielte zwei Mandate (von 24), zusätzlich erhielt er ein Ausgleichsmandat. Mit seinen Stimmen wählte er den SPD Bürgermeister ins Amt. Inzwischen ist ihm ein Sitz wieder abhanden gekommen. Derzeit ist aus der Neugründung seines Vorstandes nur noch ein gewähltes Vorstandsmitglied an seiner Seite. Nichts ist unmöglich in Ellerau...

Fahradtour der Norderstedter Mitglieder nach Ellerau, Mai 2007Es war zu Missstimmung gekommen,  nicht nur wegen der erklärten Ziele der CDU. So fehlte ein Schaukasten und auch Schilder. Schlimmer wog der freundliche Empfang der CDU-Mitglieder aus Norderstedt. Zu Verrätern erklärte der neue Vorsitzende CDU-Mitglieder, weil sie Freunde aus Norderstedt gastlich bewirteten. Und dann noch das Internet: Gepflegt, mit aktuellem Aus-, Licht- und Weitblick, nein, das sei politischer Arbeit der CDU in Ellerau nicht zuträglich, ließ er verlauten.

Trotz der Beteuerungen alles in Untätigkeit auszusitzen zu wollen, ist der Wahlkampf doch noch in Gang gekommen. Mit Wahlplakaten so voll gepflastert war die Sicht in Ellerau noch nie.

Rathaus in Ellerau mit AltenwohnanlageDie Wähler mochten es nicht glauben, Erststimmen allein entscheiden nicht über Mehrheiten. Das musste die AE schmerzlich erfahren.

Zusammenarbeit war nicht Thema für den neuen CDU-Vorsitzenden. Für seine von ihm kalt gestellten Ritter hatte er nichts übrig.

Wahlbriefe hatten die Gemüter bewegt, die Ruhe war dahin. Den Wählern auf Wahlplakaten und Briefen anzuraten, wohin Kreuze zu machen oder aber nicht zu machen seien, das löste erhebliche Diskussion aus.

Es war den Parteien nicht gelungen zu vermitteln, dass Erst- und Zweitstimmen zu teilen seien, oder auf eine Stimme sogar zu verzichten sei. Doppelkreuze aus Erst- und Zweitstimme des Wählers zählen eben nicht doppelt. Am Ende entstanden Ausgleichsmandate und die Verlierer der Wahl wurden zu Gewinnern. Die Auswertung ist umstritten und wurde inzwischen für verfassungswidrig erklärt.

"kleine Brötchen" für EllerauIm Wahlkampf wurden „kleine Brötchen“ unter den Wählern in Ellerau verteilt. Die gingen weg wie warme Semmel. Kleine Brötchen kommen in Ellerau besonders gut an. Angesichts des praktischen Nährwertes dieser Aktion, blieben Versprechen der „Großen“ am Rande. Es wurden 360 Brötchen verteilt. Weit mehr als die Hälfte der Interessenten an den „Rundstücken“ kamen aus Quickborn. So unterstützt Ellerau mundgerecht die Quickborner Politik.

Bleibt für den Wähler in Ellerau zu hoffen, dass sich die großen Volksparteien besinnen. Eva im Paradies hatte großen Erfolg mit Äpfeln bei Adam. So hätte die Spitzenkandidatin der CDU die Idee aufgreifen können und mit Äpfeln antreten sollen. Der Wähler und die Politik werden erkennen: Jeder hat sein eigenes Kreuz zu tragen.

Der neuen Gemeindevertretung wünscht viel Erfolg

Rolf Schröder

http://www.nordc.de/seiten/chronik.de

neues Projekt: www.4-generationen-DORF.de  

Christlich Demokratisch Universal nach der Wahl...